Blocklagerung vs. Regallagerung — wann was Sinn ergibt
Blocklagerung packt die Paletten direkt aufeinander — ohne Regal, mit minimalem Verkehrsweg. Regallagerung trennt jede Palette mit Fächern und Gängen. Welches System für welches Sortiment sinnvoll ist, entscheidet sich an drei Fragen: Wie homogen ist die Ware? Wie wichtig ist FIFO? Und wie viel Halle ist verfügbar?
Zum RechnerBlocklagerung — die Bodenstapelung
Bei der Blocklagerung werden die Paletten in tiefen Reihen direkt nebeneinander und übereinander gestapelt. Der Faktor für Verkehrswege liegt typischerweise bei 1,3 bis 1,5 — also 30 bis 50 % Aufschlag auf die reine Stellplatzfläche. Hauptvorteil: maximale Flächendichte. Eine Halle kann mit Blocklagerung 30 – 50 % mehr Paletten aufnehmen als mit klassischer Regallagerung.
Wann sich Blocklagerung lohnt
- Sortiment ist homogen oder besteht aus großen Losgrößen je Artikel.
- Die Ware ist stapelfähig (stabile Verpackung, definierte Belastbarkeit).
- FIFO ist nicht zwingend (oder wird über Tor-zu-Tor-Durchgänge gelöst).
- Schnell-Umschlag-Artikel (A-Artikel) mit hoher Bestandstiefe.
- Klassische Anwendungen: Getränke, Bauchemie, Saisonware, Rohmaterial.
Limitierungen
- LIFO-Prinzip: nur die jüngsten Paletten sind erreichbar — schlecht bei MHD-Ware.
- Stapelhöhe meist nur 2 – 3 Paletten, abhängig von Stapelfähigkeit.
- Bei sortenwechselreicher Ware steigt der Umlagerungsaufwand stark.
Regallagerung — Einzelplatz-Zugriff
In der Regallagerung erhält jede Palette einen dedizierten Stellplatz in einem Palettenregal. Die Bruttofläche pro Stellplatz ist deutlich höher: bei Schubmaststapler-Logik (2,7 m Gangbreite) liegt der Faktor bei rund 2,1, bei Frontstapler-Logik (3,5 m) bei rund 2,5. Dafür ist jede Palette einzeln, sortenrein und FIFO-konform zugänglich.
Wann sich Regallagerung lohnt
- Heterogenes Sortiment mit vielen Artikelnummern und kleinen Losen.
- FIFO oder Chargenrückverfolgung ist Pflicht (Lebensmittel, Pharma).
- Hohe Hallenhöhe verfügbar — Regale lassen sich auf 6 – 12 Ebenen ziehen.
- Kommissionierung direkt aus dem Lager (Fachbodenregale unten, Reserve oben).
Direktvergleich auf gleicher Palettenanzahl
| Kriterium | Blocklagerung | Regallagerung (Schubmast) |
|---|---|---|
| Bruttoflächen-Faktor | ≈ 1,4 | ≈ 2,1 |
| Zugriffsprinzip | LIFO | FIFO / Random Access |
| Übliche Stapelhöhe | 2 – 3 Paletten | 3 – 6 Ebenen |
| Investitionskosten Regal | 0 € | 120 – 250 € pro Stellplatz |
| Bestandsführung Genauigkeit | Niedrig | Hoch (jeder Platz adressiert) |
Mischformen sind die Regel
In der Praxis kombinieren die meisten Lager beide Systeme: Schnelldreher und Großmengen im Block, Mittel- und Langsamdreher mit Sortenvielfalt in Regalen. Die ABC-Analyse hilft bei der Aufteilung — faustregelhaft: A-Artikel mit hohem Volumen in den Block, B/C-Artikel ins Regal. Spiele beide Varianten im Rechner durch und vergleiche die m²-Bedarfe direkt nebeneinander.